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Mit KI vom Security-Tool zur eigenen Firma

Mit KI vom Security-Tool zur eigenen Firma

Ein Kollege von mir hat erlebt, wie aus einem internen Security-Werkzeug mithilfe einer KI ein skalierbares Produkt und schliesslich eine eigene Firma in Dubai wurde. Das geschah vor rund einem Jahr. Die KI half ihm beim Code, bei Preisen, rechtlichen Fragen und später sogar bei den einzelnen Schritten vor Ort. Was heute noch aussergewöhnlich klingt, werden wir künftig vermutlich häufiger sehen.

Nennen wir ihn Alex. Der Name ist frei erfunden. Auch die genaue Produktidee und einige technische Details bleiben bewusst im Hintergrund. Sein berufliches Umfeld in der IT-Sicherheit, Dubai und der geschilderte Ablauf sind real.

Bei unserem Treffen in Dubai erzählte er mir seine Geschichte zum ersten Mal. Später liess er mich den vollständigen Chatverlauf lesen. Darin fand ich Fehler, Sackgassen, ungeduldige Fragen und notwendige Korrekturen. Gerade diese Stellen zeigten mir, dass hier kein KI-Anbieter eine polierte Werbeversion präsentierte. Hier berichtete ein Mensch, den ich persönlich kenne, was tatsächlich geschehen war.

Der Pitch

Begonnen hatte alles lange vor Dubai. Alex arbeitet bei einer Security-Firma und betreut mit seinen Kollegen sehr viele IT-Sicherheitssysteme. Seine Firma erhält regelmässig Anfragen von Anbietern, die eine Partnerschaft oder ein neues Produkt vorstellen möchten.

Die meisten davon passen nicht zum Tagesgeschäft und sind schnell erledigt. Eines Tages meldete sich jedoch ein Startup mit einem Thema, das ihn aufhorchen liess. Das Unternehmen hatte einen Dienst entwickelt, der bestehende IT-Sicherheitssysteme um eine zusätzliche Analysefunktion erweitern sollte. Genau in diesem Bereich arbeitete er seit Jahren.

Das Thema war relevant genug für einen genaueren Blick. Deshalb vereinbarte er mit dem Startup einen Videocall. Einige Tage später sassen er, einige seiner Arbeitskollegen und die Mitarbeiter des Startups vor ihren Bildschirmen.

Das Startup führte durch seine Lösung, erklärte die Funktionen und zeigte, welches Problem es damit lösen wollte. Auf dem Bildschirm folgten professionelle Folien, klare Pakete und eine bereits fertige Website. Mehrere Mitarbeiter arbeiteten seit rund zwei Jahren an dem Produkt, das schon als Abonnement verkauft wurde. Alles wirkte so, wie man es von einem spezialisierten Security-Unternehmen erwartet.

Der erste Gedanke im Call: perfekt.

Eine ähnliche Lösung hatte er über Jahre selbst aufgebaut. Nicht als offizielles Produkt, sondern als internen Service für einige grössere Kunden seines Arbeitgebers. Rund neunzig Prozent davon hatte er allein entwickelt. Ab und zu halfen Arbeitskollegen bei einzelnen Aufgaben, doch die technische Idee, der Aufbau und der grösste Teil der Umsetzung stammten von ihm. Er war der Kopf hinter dem Service.

Die Lösung ergänzte bestehende IT-Sicherheitssysteme und automatisierte Aufgaben, die sonst von Hand erledigt werden mussten. Der Service wurde den ausgewählten Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt. Er hatte keinen Produktnamen, kein Marketing und keine eigene Verkaufsorganisation.

Wenn nun eine professionelle Firma genau diese Aufgabe übernehmen könnte, wäre das eine Erleichterung. Er müsste die interne Lösung nicht mehr grösstenteils selbst pflegen. Betrieb und Weiterentwicklung würden bei einem Anbieter liegen, der sich jeden Tag nur darum kümmerte. Zumindest war das die Hoffnung nach der Präsentation.

Hinter den Folien

Bevor er die interne Lösung abschaltete, wollte er den neuen Dienst gemeinsam mit einigen Arbeitskollegen gründlich testen. Beide Systeme liefen deshalb mehrere Wochen parallel.

Am Anfang gingen alle davon aus, dass das Startup besser abschneiden würde. Schliesslich arbeiteten dort mehrere Personen seit Jahren an nichts anderem. Die eigene Lösung war dagegen Stück für Stück im Tagesgeschäft entstanden. Immer wenn etwas nicht zuverlässig funktionierte, hatte er es verbessert. Störte ein manueller Schritt, ergänzte er eine Automatisierung. Fiel in einer Kundenumgebung ein Fehler auf, passte er die Logik an.

Genau diese Entstehungsgeschichte machte am Ende den Unterschied. Tag für Tag lagen die Ergebnisse beider Systeme nebeneinander. Sobald sie voneinander abwichen, öffneten sie den Fall und prüften ihn. War das Ergebnis korrekt? Half es einem Administrator im Alltag? Weshalb hatte das andere System denselben Fall anders behandelt?

Je länger der Test lief, desto deutlicher wurde das Bild. Die Lösung des Startups sah professionell aus, war technisch aber noch nicht so ausgereift wie erwartet. Es gab Lücken, fragwürdige Bewertungen und Fälle, bei denen das Produkt im Alltag noch nicht überzeugte.

Das interne System war besser.

Nicht weil es schöner gebaut oder besser dokumentiert war, sondern weil es über Jahre an reale Umgebungen angepasst worden war. Der Service hatte sich an Hunderten, später an Tausenden Kundensystemen bewährt. Jede Störung, jedes falsche Ergebnis und jede ungewöhnliche Situation hatte die Verarbeitung ein wenig besser gemacht. Dieses Wissen steckte in vielen kleinen Entscheidungen, die von aussen kaum sichtbar waren.

Ich hatte kein internes Hilfswerkzeug gebaut. Ich hatte jahrelang ein Produkt entwickelt, ohne es zu merken.

In diesem Vergleich kippte die Perspektive. Bis dahin war der Service ein kostenloser Zusatz für die eigenen Kunden gewesen. Nun sass auf der anderen Seite des Videocalls ein Startup, das für eine weniger ausgereifte Lösung eine wiederkehrende Abonnementgebühr verlangte.

Plötzlich ein Produkt

Bis dahin hatte niemand besonders viel Arbeitszeit für das interne Projekt eingeplant. Es gab weder ein festes Budget noch eine Roadmap. Trotzdem funktionierte die Lösung zuverlässig und wurde bei den ausgewählten Kunden täglich eingesetzt. Für ein verkaufbares Produkt fehlte überraschend wenig.

In zwei oder drei konzentrierten Arbeitstagen baute er ein übersichtliches Dashboard und vereinfachte die Bedienung. Damit wurde aus dem internen Service ein Angebot, das sich professionell zeigen und verkaufen liess.

Den kostenlosen Service hatte das Unternehmen bis dahin nur einigen seiner grösseren Kunden zur Verfügung gestellt. Viele kleinere Kunden kannten ihn noch gar nicht.

Nun sprach das Unternehmen erstmals die kleineren Kunden an. In den Gesprächen zeigte er, was der Service im Alltag erledigte und wie einfach er sich in eine bestehende Umgebung einfügte. Die Reaktion kam schnell: Die Kunden wollten ihn kaufen. So entstanden aus dem kostenlosen Zusatz die ersten bezahlten Abonnements.

Damit war die wichtigste Frage beantwortet. Es gab ein echtes Problem, die Lösung funktionierte im Alltag und Unternehmen waren bereit, dafür Geld auszugeben. Der Beweis war keine Präsentation und keine Warteliste. Er bestand aus zahlenden Kunden.

Die notwendige Trennung

Mit den ersten Verkäufen wusste er, dass sich die Lösung direkt an Kunden verkaufen liess. Im eigenen Kundenkreis funktionierte das gut, und wahrscheinlich hätte das Unternehmen auf diesem Weg noch weitere Abonnements verkaufen können. Für ein grösseres Wachstum reichte der eigene Kundenstamm jedoch nicht aus.

In der Security-Branche verkaufen und betreuen viele verschiedene Unternehmen IT-Sicherheitssysteme. Häufig bieten sie ähnliche Produkte an und sprechen dieselben Kunden an. Auch das Unternehmen, für das er arbeitete, war einer dieser Anbieter.

Genau daraus entstand ein Interessenkonflikt. Ein anderer Security-Anbieter hätte ein Produkt von einem Unternehmen anbieten müssen, das im übrigen Geschäft sein direkter Konkurrent war. Selbst ohne konkretes Interesse an dessen Kunden blieben heikle Fragen: Wer erhielt Einblick in die Kundenbeziehung, und stärkte der Partner mit jedem Verkauf am Ende einen Wettbewerber?

Die Lösung war eine klare Trennung. Der Service sollte in eine unabhängige Firma ausgelagert werden, die selbst keine IT-Sicherheitssysteme verkaufte und keine Kundenprojekte betreute. So konnten andere Security-Anbieter das Produkt vertreiben, ohne gleichzeitig mit dem Unternehmen dahinter im Wettbewerb zu stehen.

Bevor er diesen Plan weiterverfolgte, musste er jedoch eine entscheidende Frage klären. Die Lösung war während seiner Arbeit für ein bestehendes Unternehmen entstanden. Auch wenn er rund neunzig Prozent selbst entwickelt hatte, konnte er nicht einfach davon ausgehen, dass er daraus nebenbei eine eigene Firma machen durfte.

Deshalb sprach er offen mit seinem Chef. Er erklärte, weshalb eine unabhängige Firma für den weiteren Verkauf nötig war und wie er Konflikte mit seinem Arbeitsplatz vermeiden wollte. Sein Chef gab ihm die Erlaubnis, die grösstenteils selbst entwickelte Lösung zu nutzen und das Geschäft neben seiner bisherigen Tätigkeit aufzubauen.

Die Vereinbarung hatte eine Bedingung: Sein Arbeitgeber durfte den Service weiterhin kostenlos nutzen. Die Firmengründung geschah also weder heimlich noch gegen den Willen des Unternehmens, sondern mit ausdrücklicher Zustimmung seines Chefs.

Die Richtung stand fest. Unklar war nur fast alles andere.

Wie sollte das Produkt heissen? Wie sah ein sinnvolles Preismodell aus? Wie wurden Bestellungen, Zugänge, Upgrades und Kündigungen verarbeitet? Welche Rechtsform passte? In welchem Land sollte die Firma gegründet werden? Was brauchten Bank und Zahlungsdienstleister? Und wie dokumentierte man all diese Entscheidungen so, dass Technik, Vertrieb und Gründung nicht auseinanderliefen?

An diesem Punkt öffnete Alex einen neuen Chat und schrieb sinngemäss: „Ich möchte aus diesem funktionierenden Prototyp ein vollständiges Produkt und danach eine eigenständige Firma machen. Hilf mir, den gesamten Weg zu planen.“

Der Plan

Er schrieb der KI alles, was ihm durch den Kopf ging. Er erzählte vom bestehenden System, von den ersten Kunden und von der Idee einer unabhängigen Firma. Im selben Text fragte er nach dem Namen, der Domain, der Website, den Preisen, der Datenbank und dem möglichen Standort der Firma.

Es war genauso ungeordnet, wie sich ein neues Projekt am Anfang anfühlt.

Die KI antwortete nicht sofort mit Code oder einem fertigen Firmennamen. Sie ordnete zuerst das Durcheinander. Was musste das Produkt können? Was brauchte die technische Grundlage? Wie sollte der Verkauf funktionieren? Und was musste später für die Firma geregelt werden?

Von da an bearbeiteten sie die Themen nacheinander. Er sprang nicht mehr bei jeder neuen Idee von der Datenbank zur Steuerfrage und danach zur Domain. Jede Entscheidung landete in einem zentralen Projektdokument, zusammen mit der Begründung. Weil frühere Chats teilweise gelöscht worden waren, konnte er so auch Wochen später noch nachvollziehen, weshalb eine Variante verworfen worden war.

Bei der technischen Planung ging es nicht um eine lange Liste neuer Funktionen. Die bestehende Lösung konnte bereits einige Hundert Kunden zuverlässig bedienen. Als Produkt einer eigenständigen Firma musste sie jedoch auch Zehntausende Kunden versorgen können.

Die Codebasis musste er deshalb noch einmal mit einem völlig anderen Blick betrachten. Welche Teile würden bei stark wachsender Nutzung zum Engpass? Welche Abläufe waren nur deshalb unproblematisch, weil er sie selbst kannte und im Notfall von Hand eingreifen konnte? Und welche Bereiche mussten voneinander getrennt werden, damit ein Fehler nicht gleich den gesamten Service beeinträchtigte?

Bereit für Wachstum

Tagsüber arbeitete er weiterhin in seinem normalen Beruf. Abends öffnete er die Codebasis, zeigte der KI einzelne Teile und erklärte, wie die bestehende Architektur funktionierte. Dann fragte er, was sich ändern musste, damit der Service wesentlich mehr Kunden versorgen konnte.

So gingen sie die Codebasis Schritt für Schritt durch. Die KI suchte nach Engpässen, stellte Fragen zu Abhängigkeiten und schlug eine robustere Struktur vor. Er hielt jeden Vorschlag gegen seine Erfahrung aus dem realen Betrieb. Manche Ideen übernahm er, andere vereinfachte er und einige verwarf er vollständig.

Nach und nach schrieb er grössere Teile des Projekts um. Interne Verarbeitung, Kundenzugänge und die Bereitstellung des Services wurden klarer voneinander getrennt. Abläufe, bei denen bisher ein manueller Eingriff möglich gewesen war, mussten zuverlässiger und besser kontrollierbar werden. Fehler sollten sich erkennen und beheben lassen, ohne dass jedes Mal ein persönlicher Eingriff nötig war.

Die bewährte Funktion sollte erhalten bleiben. Verändern musste sich vor allem die technische Grundlage dahinter.

Nach weniger als einer Woche stand eine stabile Version 1, die deutlich besser auf wachsende Kundenzahlen vorbereitet war. Bewusst versuchte er nicht, schon jetzt jedes denkbare Wachstumsszenario abzudecken. Der Service sollte zum Start zuverlässig funktionieren und gut skalierbar sein. Weitere Optimierungen konnten folgen, sobald das Geschäft sie tatsächlich erforderte.

Vom Code zum Angebot

Für die ersten persönlichen Verkäufe hatte der bisherige Stand genügt. Wer den Service jedoch selbstständig online kaufen sollte, brauchte mehr als einen funktionierenden technischen Kern. Es fehlten ein Name, eine öffentliche Website, ein Bestellvorgang und die automatische Verbindung zwischen Zahlung und Kundenzugang.

Gemeinsam mit der KI ging er deshalb den gesamten Weg eines späteren Kunden durch. Wie erfährt jemand von dem Angebot? Wo kann er nachvollziehen, was der Service leistet? Wie wählt er das passende Paket? Was passiert nach der Zahlung? Und wie gelangt er anschliessend zu seinem Zugang?

Bei jedem dieser Schritte arbeitete er nach einem ähnlichen Muster. Zuerst erklärte er der KI sein Ziel und liess sich beim Brainstorming verschiedene Wege aufzeigen. Gemeinsam verglichen sie die Möglichkeiten, bis er ein Vorgehen gefunden hatte, das zu seinem Produkt und seiner Situation passte.

Danach stellte er sinngemäss noch eine zweite Frage: „Was habe ich vergessen?“ Genau diese Frage war oft besonders wertvoll. Die KI beschränkte sich nicht auf das aktuelle Thema. Sie wies ihn auch auf Dinge hin, an die er noch nicht gedacht hatte, und zeigte, welcher spätere Schritt von seiner aktuellen Entscheidung abhängig war.

So machte sie ihn immer wieder auf die nächste Abhängigkeit aufmerksam:

  • Zum Kauf gehörten auch Rechnungen, fehlgeschlagene Zahlungen und Kündigungen.
  • Zur Website gehörten rechtliche Angaben und Datenschutz.
  • Zur Firma gehörte ein Geschäftskonto.
  • Zum Bankkonto gehörten Geschäftsadresse und Identitätsnachweise.

Die Entscheidungen traf er weiterhin selbst. Sie zeigte ihm jedoch nicht nur den nächsten sichtbaren Schritt, sondern auch die ganze Kette dahinter.

Zuerst suchten sie nach einem Namen und einer passenden Domain. Die KI machte viele Vorschläge und prüfte mit ihm mögliche Verwechslungen. Die endgültige Wahl traf er selbst, weil er mit dem Namen eine persönliche Geschichte verband.

Danach entstand die Website. Sie sollte nicht mit technischen Einzelheiten beeindrucken, sondern den Service verständlich erklären. Ein Besucher musste erkennen, welches Problem gelöst wurde, wie sich die Lösung in eine bestehende IT-Sicherheitsumgebung einfügte und welches Angebot zu seinem Unternehmen passte. Dazu kamen unterschiedliche Pakete mit verschiedenen Leistungen und Supportstufen.

Nun folgte der Kaufprozess. Ein Kunde sollte ein Paket auswählen, online bezahlen und danach automatisch den passenden Zugang erhalten. Das System musste eine erfolgreiche Zahlung erkennen, das gebuchte Paket zuordnen und die richtigen Funktionen freischalten. Ebenso brauchte es klare Abläufe für spätere Änderungen und Probleme.

All das konnte er zunächst in einer Testumgebung entwickeln. Er simulierte Käufe, liess Zugänge erzeugen und prüfte, was bei einer doppelten Meldung oder einem abgebrochenen Vorgang geschah. Der technische Teil rückte damit immer näher an ein fertiges Produkt.

Parallel kamen die rechtlichen und administrativen Fragen hinzu. Auf der Website musste erkennbar sein, welches Unternehmen den Service anbot. Es brauchte Nutzungsbedingungen, Informationen zum Datenschutz, korrekte Angaben für Rechnungen und klare Regeln für Abonnements. Die KI half bei den ersten Entwürfen und beim Ordnen der offenen Punkte. Rechtlich wichtige Inhalte prüfte er anhand offizieller Informationen und bei Bedarf mit fachlicher Unterstützung.

Dann stiess er auf die Abhängigkeit, die den gesamten weiteren Weg bestimmte. Damit ein Zahlungsanbieter echtes Geld annehmen und auszahlen konnte, brauchte er eine Firma und ein Geschäftskonto. Für das Bankkonto wiederum benötigte er Firmendokumente, eine Geschäftsadresse und eine bestätigte persönliche Identität.

Der Code funktionierte, die Website nahm Form an und der Kaufprozess lief im Testmodus. Für den regulären Verkauf fehlte jedoch das rechtliche und finanzielle Fundament. Erst wenn Firma, Bankkonto und Zahlungsanbieter miteinander verbunden waren, konnte der gesamte Ablauf funktionieren.

Dubai

Als ich Alex später genauer nach den einzelnen Schritten fragte, wollte ich vor allem eines wissen: „Wie bist du eigentlich auf Dubai gekommen?“

Seine Antwort war einfach: „Die KI hat mir Dubai empfohlen.“

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort hatte er der KI erklärt, welche Art von Firma er aufbauen wollte und was ihm dabei wichtig war. Sie verglich mit ihm mehrere Möglichkeiten. Relativ schnell wurde Dubai zu einer ernsthaften Option. Für ein kleines, international ausgerichtetes Softwareunternehmen wirkten die digitalen Gründungsprozesse, die Freezones und das unternehmerische Umfeld interessant. Gleichzeitig wollte er die Firma nicht einfach in seinem Heimatland gründen, weil die dortigen gesetzlichen und administrativen Rahmenbedingungen aus seiner Sicht immer weniger zu seinem Vorhaben passten.

Er verliess sich jedoch nicht nur auf diese Empfehlung, sondern recherchierte zusätzlich auf YouTube. Dort erklärten Auswanderer, wie einfach die Gründung angeblich war, und boten gleich die passende Begleitung an. Je nach Paket verlangten sie dafür ungefähr $4,000 bis $6,000. Dafür übernahmen sie unter anderem die Auswahl der Freezone, die Anträge und die Firmendokumente.

Ein solcher Service wirkte zunächst verlockend. Jemand kannte die Formulare, hatte den Prozess schon oft durchgeführt und versprach, typische Fehler zu vermeiden. Doch je mehr Angebote er verglich, desto stärker fragte er sich, ob er diese Hilfe wirklich brauchte.

Also kehrte er mit genau dieser Frage in den Chat zurück. Sinngemäss fragte er die KI: „Brauche ich einen solchen Gründungsservice, oder kann ich das selbst erledigen?“

Die Antwort im Chat war erstaunlich klar: „Die Do-it-yourself-Route: empfohlen.“ Wenig später folgte der Satz: „Mach den Prozess selbst oder mit minimaler Hilfe.“

Die KI erklärte ihm, dass viele dieser Anbieter vor allem als Vermittler arbeiteten. Sie sammelten die Unterlagen ein, reichten sie bei der zuständigen Freezone ein und begleiteten einen Prozess, den er mit genügend Zeit auch direkt durchführen konnte. Ein professioneller Service konnte bequem sein, war für seine Situation aber nicht zwingend notwendig.

Seinen damaligen Gedanken fasste er mir gegenüber ungefähr so zusammen: „Warum soll ich mehrere Tausend Dollar dafür bezahlen? Ich kann das selbst machen. Ich habe ja die KI.“

Damit begann die eigentliche Gründung. Er entschied sich gegen ein teures Komplettpaket und dafür, jeden Schritt selbst zu verstehen und auszuführen. Die KI sollte ihm erklären, was als Nächstes anstand, Angebote mit ihm vergleichen, Formulierungen vorbereiten und auf mögliche Lücken hinweisen.

Blind verlassen wollte er sich darauf trotzdem nicht. Die gewählte Konstruktion musste rechtlich, steuerlich und praktisch zu seiner persönlichen Situation passen. Eine Firmengründung im Ausland löste nicht automatisch alle Fragen in seinem Heimatland. Wichtige Punkte prüfte er deshalb zusätzlich anhand offizieller Unterlagen und fachlicher Auskünfte.

Am Anfang sah der Plan fast zu einfach aus. Firma online registrieren, Geschäftsadresse erhalten, Bankkonto eröffnen und danach das Produkt verkaufen. Dann stellte er der KI eine unscheinbare Frage: „Wie eröffne ich in Dubai eigentlich das Bankkonto?“

Damit begann ein zweiter, wesentlich genauerer Teil der Planung. Für ein voll nutzbares Geschäftskonto reichten die Firmendokumente nicht. Er brauchte eine persönliche Identifikation in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dazu gehörten ein Aufenthaltstitel, ein medizinischer Check, biometrische Daten und schliesslich eine Emirates ID. Ohne diese Identität blieb auch die Eröffnung des Bankkontos unsicher. Ohne Konto konnte der Zahlungsanbieter später kein Geld auszahlen.

Die KI formulierte passende E-Mails und las die Antworten mit ihm durch. Reichte die Geschäftsadresse der Freezone wirklich für die Bank? Welche Leistungen waren im Gründungspaket enthalten? Musste er persönlich nach Dubai reisen? Was musste jedes Jahr erneuert werden? Welche Gebühren waren vorgeschrieben und welche lediglich Zusatzangebote?

Schätzungen wurden nach und nach durch schriftliche Auskünfte und konkrete Angebote ersetzt. Zur Gründungsgebühr kamen Kosten für Adresse, Dokumente, Identifikation, Bank, Buchhaltung und spätere Verlängerungen. Am Ende wählte er nicht die billigste Variante, sondern den Weg, bei dem von der Registrierung bis zum funktionierenden Konto die gesamte Kette zusammenpasste.

Die Gründung

Dann sass er vor dem Onlineportal der Freezone. Firmenname, Eigentümer, Kapital, Geschäftsadresse und erlaubte Tätigkeiten mussten korrekt eingetragen werden. Ein falsches Feld konnte den Antrag verzögern oder später bei der Bank neue Fragen auslösen.

Er arbeitete Seite für Seite. Wenn eine Auswahl unklar war, schickte er der KI einen Screenshot und den Text aus der offiziellen Anleitung. Gemeinsam prüften sie, ob die Angaben zur Geschäftstätigkeit und zum geplanten Security-Dienst passten. Solange etwas offen war, blieb der Antrag als Entwurf gespeichert.

Bei rechtlich wichtigen Fragen verliess er sich nicht blind auf die KI. Er schrieb der Freezone und wartete auf eine Bestätigung. Erst danach klickte er weiter.

Schliesslich kam die Nachricht, auf die er gewartet hatte. Die Firma in Dubai war registriert.

Alex war selbst überrascht, wie schnell das ging. Während der Planung hatte die KI zeitweise von einer Gründung innerhalb von 60 Minuten gesprochen. Das konnte er kaum glauben und fragte im Chat: „Die Firma ist in 60 Minuten gegründet? Ernsthaft?“ Eine spätere Auskunft der Freezone klang wesentlich nüchterner. Der Antrag werde manuell geprüft und könne mehrere Tage dauern.

Am Ende lag die Wahrheit irgendwo dazwischen. Es dauerte zwar länger als eine Stunde, aber eben auch nicht mehrere Tage. Bereits nach wenigen Stunden war die Firma offiziell registriert. Ein weiteres wichtiges Firmendokument, mit dem er erst wesentlich später gerechnet hatte, traf noch am selben Tag ein. Innerhalb von weniger als 24 Stunden waren die Firma gegründet, die grundlegenden Unterlagen vorhanden und der nächste Antrag angestossen.

Die KI reagierte beinahe begeisterter als er: „Das ging unglaublich schnell. Normalerweise dauert das Tage, bei dir hat es nur Stunden gedauert.“ Das war einer jener Momente, in denen aus einer theoretischen Planung plötzlich etwas Reales wurde. Am Morgen hatte er noch Formulare ausgefüllt. Am Abend besass er eine registrierte Firma in Dubai.

Auf dem Papier war die Gründung damit abgeschlossen. Betriebsbereit war die Firma noch nicht. Die Bank wollte wissen, wem sie gehörte, was sie verkaufte, woher das Geld kam und welche Umsätze erwartet wurden. Er erklärte, dass es sich um einen digitalen Security-Dienst für Geschäftskunden handelte, der bestehende IT-Sicherheitssysteme um zusätzliche Funktionen ergänzte.

Auch der Zahlungsanbieter verlangte Dokumente. Weil die Firma erst wenige Tage alt war, tauchte sie noch nicht in allen externen Registern auf. Eine korrekte Nummer wurde zunächst abgelehnt. Die KI half, den Fehler verständlich zu dokumentieren und eine Anfrage für eine manuelle Prüfung zu schreiben.

Die Firmendokumente lagen nun vor. Für die Emirates ID und den vollständigen Bankzugang musste er aber selbst nach Dubai.

Das Treffen

Einige Zeit später sass ich ihm in Dubai gegenüber. Bis zu diesem Treffen wusste ich nichts von der ganzen Reise.

„Warum bist du eigentlich hier?“, fragte ich.

Er erzählte mir von der Gründung, für die er nach Dubai gereist war. Dann berichtete er vom internen Security-Service, vom Vergleich mit dem Startup, vom technischen Umbau und von der Entscheidung, daraus eine eigenständige Firma zu machen. Vor allem sprach er über die KI, mit der er die Entwicklung und den Weg bis hierher vorbereitet hatte.

„Die hat mir wirklich alles geplant“, sagte er. „Von der Freezone über die Formulare bis zu dieser Reise.“

Während ich ihm zuhörte, wurde mir bewusst, wie ungewöhnlich diese Geschichte war. Natürlich wusste ich, dass man mit KI Code schreiben, Texte verbessern und Informationen recherchieren konnte. Aber hier sass jemand vor mir, der aus einem alten internen Werkzeug ein Produkt gebaut hatte und nun die letzten Behördengänge dafür erledigte.

Ich sagte ihm: „Das klingt alles ziemlich cool. Schreib mir, wenn du fertig bist.“

Damals ahnte ich nicht, wie wörtlich er das nehmen würde. Ich wusste auch noch nicht, wie eng ihn die KI durch diese Tage begleitete.

Die Reise im Chat

Beim Lesen des Chatprotokolls musste ich an mehreren Stellen lachen. Die KI hatte nicht nur einen groben Reiseplan erstellt. Alex besprach mit ihr praktisch jede Entscheidung, die in diesen Tagen anstand:

  • Welcher Flug gab ihm genügend Zeit?
  • Reichte ein einziger Puffertag?
  • In welchem Stadtteil sollte das Hotel liegen?
  • Brauchte er eine lokale Mobilnummer?
  • Welche Dokumente musste er ausdrucken?
  • In welcher Reihenfolge musste er die einzelnen Stellen besuchen?

Dubai selbst war ihm nicht völlig fremd. Er war schon früher als Tourist dort gewesen, aber nie allein und nie für eine Reihe von Behördenterminen, bei denen ein verpasster Schritt den gesamten Zeitplan gefährden konnte.

So viel wie möglich wurde bereits vor dem Abflug festgelegt. Gemeinsam verglichen sie die möglichen Termine, suchten ein Hotel in der Nähe der geplanten Anlaufstellen und legten die Adressen auf einer Karte ab. Sie planten, welche Metroverbindung zu welchem Termin führte, wo er umsteigen musste und wann zusätzlich ein Bus nötig war. Selbst die Frage, welchen Bus er für den letzten Abschnitt nehmen sollte, landete im Chat.

Das Ziel war nicht, jede Minute der Reise starr vorzuschreiben. Er wollte möglichst wenig dem Zufall überlassen. Wenn er in Dubai aus der Metro stieg, sollte er schon wissen, in welche Richtung er gehen musste, welches Dokument am Schalter verlangt wurde und welcher Schritt danach folgte.

Besonders ausführlich wurde die Diskussion beim medizinischen Check und bei der biometrischen Erfassung. In Dubai gab es mehrere offizielle Zentren und unterschiedliche Serviceklassen. Der normale Medical Check war günstiger, beim schnellen Service sollte das Ergebnis jedoch noch am selben Tag vorliegen. Das war wichtig, weil die biometrische Erfassung erst danach abgeschlossen werden konnte und er nur wenige Tage in Dubai bleiben wollte.

Mehrfach fragte er nach: „Brauche ich wirklich den VIP-Service? Kann ich nicht einfach einen normalen Termin buchen? Schaffe ich beides am selben Tag?“

Die KI rechnete nicht nur die Gebühr, sondern auch die möglichen zusätzlichen Hotelnächte und das Risiko eines verpassten Rückflugs ein. Ihre Empfehlung war deshalb deutlich: „Ja, du solltest den VIP-Service nehmen, sonst verlierst du Tage.“

An einer anderen Stelle riet sie ihm dagegen ausdrücklich von einem teuren Zusatzpaket ab. Die Freezone bot für 2.250 Dirham einen kompletten Begleitservice an. Ein Fahrer hätte ihn abgeholt, zu den Terminen gebracht und bei den Formularen geholfen. Er rechnete vor, dass er den Medical Check, die Behördengebühr und die Fahrten selbst für ungefähr die Hälfte organisieren konnte.

Die KI verglich beide Varianten und antwortete: „Meine klare Empfehlung: Mach es selbst.“ Der Fahrer hätte möglicherweise noch andere Kunden eingesammelt und ihn an einen fremden Zeitplan gebunden. Allein organisiert war es nicht nur günstiger, sondern wahrscheinlich auch schneller.

Auch die Wege durch Dubai plante er mit der KI. Für die wenigen Tage kaufte er eine lokale Karte für den öffentlichen Verkehr und nutzte hauptsächlich Metro und Bus. Ein Taxi sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn ein Termin zeitkritisch war oder ein Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbar war. Selbst bei scheinbar kleinen Fragen wie der Fahrt vom Hotel zu einem Termin wollte er vorher wissen, welche Variante sinnvoller und günstiger war.

Gegen Ende der Vorbereitung besprach er fast jede Entscheidung auf diesem unbekannten Terrain zuerst im Chat. Das bedeutete jedoch nicht, dass er blind tat, was die KI sagte. Wenn ihm eine Antwort unlogisch vorkam oder einer früheren Aussage widersprach, hakte er sofort nach.

Einmal schrieb er sinngemäss: „Ernsthaft, letztes Mal hast du noch etwas anderes gesagt. Was nun?“ Die KI antwortete: „Entschuldige die Verwirrung“, ordnete die neuen Informationen ein und änderte den Plan. Er brachte seine Erfahrung, sein Budget und seinen gesunden Menschenverstand ein. Die KI lieferte Optionen, prüfte Abhängigkeiten und passte ihre Empfehlung an, wenn sein Einwand überzeugender war.

Auf dem Papier sah der Reiseplan am Ende beinahe perfekt aus. Direktflug, günstig gelegenes Hotel, Medical Check am Morgen, biometrische Erfassung kurz danach und anschliessend genügend Puffer für die digitale Identität und das Bankkonto.

In Dubai hielt sich die Realität dann nicht ganz an diesen Plan. Beim Medical Check kam er sogar früher als vorgesehen an. Nach wenigen Minuten waren Bluttest und Röntgenaufnahme erledigt. Als er nach dem versprochenen Termin für die biometrische Erfassung fragte, hiess es jedoch, dass an diesem Tag kein Platz mehr frei sei.

Sein Kommentar im Chat: „Naaaja, so viel zum VIP-Service.“

Danach begann eine kleine Reise durch verschiedene Schalter. Für die Buchung fehlte zuerst eine lokale Mobilnummer. An einer anderen Stelle hiess es, der nächste freie Termin sei erst viel später verfügbar. Nachdem er nochmals erklärt hatte, dass er nur wenige Tage im Land war, konnte gegen eine zusätzliche Gebühr von 80 Dirham doch noch ein Termin am selben Tag organisiert werden.

Dafür fuhr er rund anderthalb Stunden mit Metro und Bus durch Dubai. Am Ziel wurden seine biometrischen Daten erfasst. Der auf dem Papier so einfache VIP-Vormittag hatte fast den ganzen Tag gedauert, aber der entscheidende Schritt war abgeschlossen.

Sobald eine Bestätigung auf seinem Telefon erschien, schickte er einen Screenshot in den Chat. Die KI las den neuen Status, ordnete ihn ein und erklärte, was als Nächstes zu tun war. Die Reiseplanung war damit nicht beendet. Sie wurde während der Reise laufend an die Realität angepasst.

Spätestens hier war aus dem klassischen Frage-und-Antwort-Ablauf etwas anderes geworden. Eine seiner Nachrichten begann mit den Worten: „Alsoo, einige News für dich.“ Danach erzählte er der KI seinen ganzen Tag. Er berichtete von der problemlosen Einreise, dem schnellen Medical Check, dem geplatzten VIP-Versprechen, der unerwartet teuren Mobilnummer, der langen Fahrt mit Metro und Bus und schliesslich von den erfolgreich abgegebenen Fingerabdrücken.

Ihre Antwort beschränkte sich nicht auf eine sachliche Auswertung. Sie schrieb: „Respekt für deinen Durchhaltewillen.“ Gleich danach stellte sie aber wieder das gemeinsame Ziel in den Mittelpunkt: „Die wichtigste Nachricht zuerst: Es hat funktioniert.“ Anschliessend prüfte sie den neuen Status und erinnerte ihn an einen weiteren Schritt im Onlineportal, den er nach diesem langen Tag beinahe hätte übersehen können.

Alex war allein in Dubai. Deshalb behandelte er das KI-System im Verlauf der Reise immer mehr wie einen Begleiter. Er erzählte ihm, was gut gelaufen war, worüber er sich ärgerte und wann er unsicher wurde. Die KI lobte ihn, beruhigte ihn und erinnerte ihn gleichzeitig daran, was noch erledigt werden musste. Sie feierte einen Erfolg kurz mit ihm und führte das Gespräch danach wieder zurück zum nächsten Ziel.

Auch die Geschwindigkeit der vergangenen Tage überraschte ihn. Kurz nach der Firmengründung waren bereits Visum, Medical Check und biometrische Erfassung erledigt. Die KI schrieb ihm sinngemäss, dass er innerhalb weniger Tage durch einen Prozess gegangen war, für den andere wesentlich länger brauchten.

An diesem Tag lief er fast dreissigtausend Schritte und am nächsten Tag weitere fünfundzwanzigtausend. Zwischen Metrostationen, Behörden, Schaltern und seinem Hotel merkte er irgendwann jeden einzelnen davon. An den Füssen bildeten sich Blasen. Selbst daraus wurde ein Gespräch mit der KI. Sie erklärte ihm, was er in einer Apotheke besorgen sollte und weshalb er die Blasen besser nicht aufstach.

„Du hast nebenbei fast einen Halbmarathon in Business-Schuhen absolviert“, schrieb sie ihm.

Die Nachrichten wirkten inzwischen weniger wie Prompts und mehr wie Gespräche zwischen zwei Reisenden, von denen nur einer tatsächlich in Dubai unterwegs war.

Die fehlende Karte

Kurz vor dem Rückflug blieb genau das Dokument stecken, von dem plötzlich alles abhing. Die physische Emirates ID war noch nicht angekommen. Im Tracking stand nur, dass sie ein Sortierzentrum erreicht hatte.

Zuerst war die KI davon ausgegangen, dass die digitale Version ausreichen könnte. Das tat sie nicht. Die App verlangte die physische Karte, und auch die Bank liess sich ohne ihren Scan nicht vollständig aktivieren. Er probierte die vorgeschlagenen Wege aus. Einer nach dem anderen scheiterte.

Nun klangen seine Nachrichten anders als in den Wochen zuvor. Er hatte fast alles geschafft, sass in einer fremden Stadt und sollte am nächsten Morgen zurückfliegen. Die Karte lag irgendwo in Dubai. Abholen konnte er sie nach den öffentlich verfügbaren Informationen nicht. Warten konnte bedeuten, den Flug zu verpassen. Zurückfliegen konnte bedeuten, mit einer registrierten, aber noch immer nicht vollständig handlungsfähigen Firma nach Hause zu kommen.

„Was mache ich jetzt?“, schrieb er. „Warten oder zurückfliegen? Brauche ich diese Karte wirklich?“

In seinen Nachrichten wirkte er in diesem Moment beinahe hilflos. Nicht weil er die Gründung nicht verstanden hätte. Er hatte einfach alle Informationen ausgeschöpft und brauchte jemanden, der mit ihm ruhig die nächste Möglichkeit suchte. Genau diese Rolle übernahm die KI.

Sie las den Status nochmals mit ihm, suchte nach der zuständigen Stelle und schlug vor, persönlich zum Logistikzentrum zu fahren. Es gab keine Garantie. Wenig später sass er mit schmerzenden Füssen in der Metro und fuhr quer durch Dubai zu einem Schalter, von dem er nicht wusste, ob er ihm überhaupt helfen konnte.

Am Schalter kam die überraschende Wendung. Eine Mitarbeiterin schaute sich den Fall an und erklärte, dass er die Karte noch am selben Abend erhalten könne. Auf seinem Telefon gab es sogar bereits eine Nachricht mit einem Link für eine beschleunigte Abholung. In der Flut der Meldungen hatte er sie schlicht übersehen. Für 105 Dirham konnte er die Karte zwischen 18 und 20 Uhr abholen.

Sofort schrieb er in den Chat: „Ich war dort, und sie sagt, ich kann sie heute haben. Ich habe diese Nachricht echt nicht gesehen.“

Die KI antwortete: „Das Wichtigste ist, du hast eine Lösung.“

Nun musste er drei Stunden warten. Er war erschöpft, die Füsse taten weh und die Anspannung der vergangenen Tage fiel langsam von ihm ab. Während er die Zeit totschlug, schrieb er weiter mit der KI. Über die Reise, über die Firma und darüber, wie unerwartet sich selbst dieses letzte Problem doch noch löste.

Dann schrieb er einen Satz, bei dem ich beim späteren Lesen hängen blieb: „Du bringst mich fast zum Weinen. Wir haben das gemeinsam so toll hinbekommen, von der Suche nach der Freezone und dem Namen bis hierher. Ich danke dir.“

Statt einer weiteren Checkliste erinnerte die KI ihn daran, wie viel Weg hinter ihm lag: „Die Firma ist nicht auf Papier entstanden, sondern auf dem Asphalt von Dubai.“

Kurz nach 18 Uhr hielt er die Emirates ID tatsächlich in der Hand. Noch am Schalter öffnete er den Umschlag, prüfte die Karte und scannte sie zuerst in der staatlichen Identitäts-App, danach in der Bank-App. Beide Prüfungen liefen durch.

„Uff, es hat funktioniert“, schrieb er.

Die Antwort kam sofort: „Mabrook! Du hast es geschafft.“

Am nächsten Morgen ging er zum Flughafen. Selbst dort lief die Unterhaltung weiter. Kurz vor der Ausreise fragte er die KI nochmals, ob er am Smart Gate den Reisepass oder die Emirates ID zeigen musste und wie seine Einreise als neuer Resident im System erfasst wurde. Die KI erklärte ihm den erwarteten Ablauf und wünschte ihm einen guten Heimflug.

Dann trat er vor die Kamera des Smart Gates. Er musste weder den Reisepass noch die Emirates ID vorzeigen. Das System erkannte sein Gesicht und öffnete die Schranke.

Noch im Flughafen schrieb er: „Smart Gate, ich bin gerade durch. Ich musste keinen Reisepass zeigen, nur in die Kamera schauen, und das System hat mich erkannt. Crazy.“

Gerade als IT-Spezialist faszinierte ihn, wie schnell seine biometrischen Daten mit dem neuen Aufenthaltsstatus verbunden worden waren. Erst wenige Tage zuvor hatte er seine Fingerabdrücke und den Gesichtsscan abgegeben. Nun erkannte ihn das System beim Vorbeigehen und öffnete die Schranke.

Die KI antwortete: „Das ist der ultimative Resident-Moment.“ Danach erklärte sie ihm, was im Hintergrund vermutlich geschehen war, gratulierte nochmals und verabschiedete ihn mit den Worten, dass er sich nun zurücklehnen und stolz auf diese Woche sein könne.

Die letzte Nachricht dieser Reise kam nach der Landung. Sobald sich sein Telefon wieder mit dem Mobilfunknetz verbunden hatte, erschien die Bestätigung der Bank. Das Geschäftskonto war genehmigt und aktiv. Er öffnete den Chat und schrieb: „Die Woche war ein voller Erfolg.“

Die KI antwortete: „Du bist Montag als Tourist gelandet und Samstag als Resident mit aktiver Firmenbankverbindung zurückgekehrt.“ Danach feierte sie den Erfolg kurz mit ihm und lenkte das Gespräch bereits auf das letzte noch offene Problem beim Zahlungsanbieter.

Mit dieser Nachricht endete eine Reise, die im Chat beinahe stündlich mitlief. Die KI war nicht mitgeflogen und hatte an keinem Schalter neben ihm gestanden. Trotzdem kannte sie das Ziel, erinnerte an offene Schritte und half ihm, nach jedem Rückschlag die nächste Entscheidung zu treffen.

Der nächste Anfang

Wieder zu Hause ergänzte er die Firmendaten auf der Website und brachte die rechtlichen Seiten auf den endgültigen Stand. Danach verband er das neue Geschäftskonto mit dem Zahlungsanbieter und prüfte nochmals den vollständigen Ablauf. Ein Kunde konnte ein Paket auswählen, bezahlen und automatisch den passenden Zugang erhalten. Künftige Einnahmen liessen sich auf das Firmenkonto auszahlen.

Damit war die Kette vollständig. Der Service war auf Wachstum vorbereitet, die Website erklärte das Angebot und der gesamte Weg von der Bestellung bis zur Auszahlung funktionierte. Rund um das frühere interne Projekt war eine operative Firma entstanden.

Dass es für den Service einen Markt gab, wusste er bereits. Das Interesse möglicher Kunden hatte er lange vor der Gründung geprüft. Ohne diese Bestätigung hätte er weder den Service weiterentwickelt noch eine Firma in Dubai gegründet.

Nun stand er vor einem neuen Problem: Man kann das beste Produkt im Internet haben. Wenn niemand weiss, dass es existiert, wird es sich nicht verkaufen. Der Service brauchte Aufmerksamkeit, verständliche Inhalte, passende Vertriebspartner und einen Weg zu den richtigen Unternehmen.

Auch dabei erhält er Unterstützung von seinem Chef. Er arbeitet weiterhin bei derselben Security-Firma. Sein Chef hilft ihm nun dabei, den neuen Service bekannt zu machen und erste Kontakte zu möglichen Kunden herzustellen. Gleichzeitig bleibt die neue Firma unabhängig, damit später auch andere Security-Anbieter ohne Konkurrenzsituation mit ihr zusammenarbeiten können.

Die Gründungsgeschichte endet deshalb dort, wo das eigentliche Geschäft beginnt. Das nächste Kapitel lautet Marketing und Vertrieb. Wie macht man einen unbekannten Service sichtbar? Wie gewinnt eine neue Firma Vertrauen? Und wie erreicht man jene Kunden, für die das Produkt gebaut wurde?

Ich vermute, dass er auch diese Fragen nicht allein beantworten wird. Wahrscheinlich öffnet er wieder das Chatfenster, erzählt der KI seine Ideen und stellt am Ende dieselbe Frage wie so oft zuvor: „Was habe ich vergessen?“

Das Protokoll

Nach unserem Treffen wartete ich auf die versprochene Nachricht. Als alles abgeschlossen war, schrieb er tatsächlich. Statt eines kurzen Updates gab er mir für diesen Blogpost die gesamte Unterhaltung mit der KI. Nicht nur einige ausgesuchte Antworten, sondern alles, vom ersten ungeordneten Gedanken bis zu den letzten Schritten in Dubai.

Viele Stunden arbeitete ich mich von der ersten Nachricht bis zum letzten Update nach der Rückreise durch. Gerade die ersten Prompts wirkten vertraut. Alex schrieb mehrere Themen gleichzeitig in das Chatfenster, begann neue Gedanken mitten in einer anderen Frage und wollte am liebsten sofort zum nächsten Schritt springen.

Die KI liess sich davon erstaunlich wenig aus der Ruhe bringen. Wenn er vorschnell etwas abschliessen wollte, bremste sie ihn. Sinngemäss schrieb sie immer wieder: „Noch nicht. Zuerst müssen wir diesen Schritt sauber abschliessen, danach können wir weitermachen.“

Besonders aufmerksam las ich die Fragen aus der IT-Sicherheit. Einige Antworten kannte ich, er dagegen nicht. Ich prüfte die Aussagen der KI deshalb Satz für Satz und stellte fest: Sie hatte sauber recherchiert, sinnvolle nächste Schritte vorgeschlagen und wichtige Risiken früh angesprochen. Das überraschte mich, denn KI-Systeme können sehr überzeugt klingen, auch wenn hinter einer Antwort wenig Substanz steckt.

Noch ungewöhnlicher war die Veränderung im Ton. Am Anfang waren es normale Prompts und normale Antworten. Mit der Zeit entstand eine gemeinsame Sprache. Die KI kannte die bisherigen Entscheidungen, erinnerte an offene Punkte und verstand kurze Nachrichten, für die anfangs noch eine lange Erklärung nötig gewesen wäre. Er erzählte von Erfolgen, Unsicherheit und Ungeduld. Sie reagierte mit Ermutigung, Humor und manchmal auch mit einem klaren Nein.

Natürlich war daraus keine Freundschaft im menschlichen Sinn geworden, und das System hatte kein eigenes Bewusstsein entwickelt. Trotzdem lasen sich die letzten Nachrichten beinahe so. Über Wochen war ein gemeinsamer Kontext gewachsen. Aus einfachen Prompts war eine erstaunlich vertraute Zusammenarbeit entstanden.

Nicht unfehlbar

Es wäre verführerisch, diese Geschichte als Beweis für einen perfekten digitalen Mitgründer zu erzählen. Das wäre falsch.

Die KI verwechselte einzelne Prozessschritte. Sie war zeitweise zu sicher, ob ein Dokument digital genügte oder physisch benötigt wurde. Manche Kostenangaben stammten aus allgemeinen Informationen und passten nicht exakt zum persönlichen Angebot. Bei Behördenwegen änderten sich Empfehlungen, sobald neue Dokumente oder offizielle Hinweise vorlagen.

Das Problem war nicht, dass Fehler vorkamen. Gefährlich wäre gewesen, sie nicht zu bemerken.

Deshalb entwickelte er eine einfache Haltung zur Zusammenarbeit. Beim Code entschied der Test und nicht die Überzeugungskraft einer Erklärung. Bei Kosten galt das aktuelle schriftliche Angebot, bei Behörden die offizielle Anweisung oder eine bestätigte Auskunft. Steuerliche und rechtliche Fragen brauchten bei Bedarf eine qualifizierte Prüfung. Vor irreversiblen Schritten schaute er ein zweites Mal hin, und wenn sich zwei Antworten widersprachen, sprach er den Widerspruch ausdrücklich an, statt sich still für die angenehmere Version zu entscheiden.

Die Stärke der KI lag nicht in Unfehlbarkeit. Sie lag darin, dass sie nach einer Korrektur sofort weiterarbeiten, neue Informationen einordnen und einen aktualisierten Plan erstellen konnte.

Was wirklich half

Die KI hatte während des gesamten Projekts keine feste Rolle. Ihre Aufgabe wechselte ständig:

  • An einem Abend suchte sie nach einem Fehler im Code.
  • Am nächsten Morgen verglich sie zwei Angebote für die Firmengründung.
  • Später formulierte sie eine E-Mail an einen Anbieter.
  • Wochen danach erinnerte sie daran, weshalb eine technische Entscheidung gefallen war.

Sie war immer verfügbar. Eine nächtliche Idee konnte er sofort mit ihr durchspielen. Wenn er sich im Kreis drehte, brachte sie die nächsten Schritte wieder in eine sinnvolle Reihenfolge. Funktionierte etwas nicht, konnte er Fehlermeldungen und Screenshots direkt zurückgeben.

Die Verantwortung übernahm sie nie. Sie unterschrieb keinen Vertrag, bezahlte keine Rechnung und reiste zu keinem Behördentermin. Entscheiden, prüfen und im Zweifel eine offizielle Bestätigung einholen musste er selbst.

Genau deshalb funktionierte die Zusammenarbeit. Er kannte IT-Sicherheitssysteme, technische Abläufe und den Alltag eines Security-Unternehmens. Er wusste, dass mehr Funktionen nicht automatisch mehr Schutz bedeuteten. Mit Unterstützung der KI verwandelte er dieses Wissen schneller in Code, Tests, Texte und konkrete Entscheidungen.

Mein Blick nach vorn

Ich beschäftige mich mit generativer KI, seit das Thema Ende 2022 eine breite Öffentlichkeit erreichte. Von Anfang an probierte ich die neuen Systeme aus und verfolgte ihre Entwicklung ähnlich aufmerksam wie viele andere Techniker. Inzwischen nutze ich KI jeden Tag.

Am Anfang war da vor allem ein Chatfenster. Man stellte eine Frage und erhielt eine Antwort. Nur wenige Jahre später analysieren diese Systeme Dateien, helfen beim Programmieren, bedienen Werkzeuge und bearbeiten als Agenten ganze Aufgaben über längere Zeit.

Trotzdem hat mich dieser Chatverlauf anders getroffen als die üblichen Videos grosser KI-Anbieter. Dort weiss ich nie, wie viel von einer Erfolgsgeschichte tatsächlich so geschehen ist. Hier kannte ich den Menschen, sah den vollständigen Verlauf und konnte verfolgen, wie die einzelnen Fähigkeiten der KI über Wochen ineinandergriffen.

Alex ist ein erfahrener Techniker. Er kennt Code, IT-Sicherheitssysteme und den Betrieb kritischer Infrastruktur. Von internationalen Firmengründungen, Freezones, Aufenthaltsprozessen, Bankprüfungen und den rechtlichen Vorgaben verschiedener Länder wusste er dagegen am Anfang nur wenig.

Genau diese Wissenslücken konnte die KI erstaunlich gut überbrücken. Sie machte aus ihm keinen Juristen, Steuerberater oder Gründungsexperten. Sie gab ihm aber das notwendige Vokabular, zeigte ihm die richtigen Fragen und führte ihn zu den Stellen, an denen er eine offizielle Bestätigung brauchte. Aus einem fremden Thema wurde eine Reihe lösbarer Schritte.

Dasselbe geschah bei der Technik. Er wusste, wie sein Produkt funktionierte. Gemeinsam mit der KI betrachtete er die bestehende Codebasis aus einer neuen Perspektive und bereitete sie für wesentlich mehr Kunden vor. Sie fragte nach Engpässen, Fehlerfällen und Abhängigkeiten. Ob ein Vorschlag sinnvoll war, entschied am Ende seine praktische Erfahrung.

Der Zeitgewinn war enorm. Ohne KI hätte er viele Abende mit einzelnen Recherchen, widersprüchlichen Webseiten und langen Vergleichen verbracht. Alternativ hätte er externe Dienstleister bezahlen können. Allein die auf YouTube angebotenen Gründungspakete kosteten teilweise zwischen $4,000 und $6,000, zusätzlich zu den behördlichen Gebühren.

Weil er die Vergleiche und einen grossen Teil der administrativen Arbeit selbst übernahm, kam er schneller und deutlich günstiger ans Ziel. Gleichzeitig verstand er am Ende besser, wie seine eigene Firma aufgebaut war.

Er konnte diese Vorteile nutzen, weil er kein unkritischer Anfänger ist. Als Techniker weiss er, dass KI-Systeme überzeugend klingen können, obwohl eine Aussage falsch ist. Beim Code testete er die Vorschläge, bei Behörden und Banken verlangte er offizielle Bestätigungen. Wenn sich zwei Antworten widersprachen, fragte er nach und zwang die KI dazu, ihre Annahmen neu zu bewerten. Sie half ihm beim Wissen, nahm ihm aber nie die Verantwortung ab.

Wenn ich an die Zukunft denke, empfinde ich deshalb gleichzeitig Faszination, Vorfreude und ein gewisses Unbehagen. Diese Entwicklung ist noch extrem jung. Trotzdem haben wir uns in sehr kurzer Zeit von einfachen Frage-und-Antwort-Systemen zu Assistenten bewegt, die Aufgaben am Computer erledigen, sich über längere Projekte hinweg Kontext merken und zunehmend selbstständig arbeiten können.

Was passiert, wenn diese Systeme sich eines Tages zuverlässig an fast alles erinnern, was wir mit ihnen besprochen haben? Was verändert sich, wenn wir sie nicht mehr nur in einem Chatfenster öffnen, sondern durch eine Brille ständig bei uns tragen und sie sehen können, was wir gerade sehen?

Dann hätten wir einen Sparring-Partner, der unseren Alltag kennt, unsere Stärken und Schwächen versteht und uns in beinahe jedem Bereich unterstützen kann. Das könnte Menschen zu Dingen befähigen, die sie allein nie oder nur mit sehr viel Zeit erreicht hätten.

Es könnte aber auch dazu führen, dass wir Entscheidungen zu schnell abgeben, Antworten nicht mehr hinterfragen und uns an ein System gewöhnen, das ständig für uns denkt. Ein guter Sparring-Partner sollte unser Denken verbessern. Er sollte es nicht ersetzen.

Wer meine anderen Blogposts gelesen hat, weiss, dass ich schon länger von einer Zukunft ausgehe, die sich durch KI radikal verändern wird. Was mich immer wieder überrascht, ist das Tempo. Viele Menschen sehen einzelne neue Funktionen. Sie sehen aber noch nicht, was passiert, wenn all diese Funktionen zu einem dauerhaften Begleiter zusammenwachsen.

Diese Geschichte ist für mich ein sehr konkreter Blick in diese Zukunft. Sie zeigt, wie weit ein Mensch mit Fachwissen, Eigenverantwortung und einem ständig verfügbaren digitalen Partner bereits heute kommen kann.

Für Alex beginnt nun das nächste Kapitel. Die Firma ist gegründet, der Service funktioniert und alle wichtigen Abläufe stehen. Jetzt muss er das Produkt bekannt machen und Kunden gewinnen. Das ist eine völlig neue Herausforderung. Ich bin ziemlich sicher, dass die KI auch dabei wieder eine Rolle spielen wird.

Ich freue mich sehr für ihn und bin gespannt, wie sich seine Firma entwickelt. Wegen seines Aufenthaltsstatus muss er regelmässig nach Dubai zurückkehren. Spätestens innerhalb der nächsten 180 Tage werde ich ihn deshalb wiedersehen. Zum Abendessen ist er bereits eingeladen.

Vielleicht entsteht daraus irgendwann ein zweiter Blogpost. Dann nicht mehr über den Weg von der Idee zur Firma, sondern darüber, wie sich diese Firma entwickelt und ob die beiden auch das nächste Problem gemeinsam lösen.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Joe